77 Tage umsonst arbeiten

Equal Pay Day

77 Tage umsonst arbeiten

Der Equal-Pay-Day macht auf die hohen Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam und fordert eine gleiche Bezahlung. Denn unterm Strich verdienen Frauen laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland immer noch 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Umgerechnet heißt das, Frauen arbeiten die ersten 77 Tage im Jahr umsonst, während Männer schon ab dem 1. Januar bezahlt werden. In diesem Jahr fällt der Equal Pay Day wie im letzten Jahr auf den 18. März.
Frauenluftballons
Dazu erklärt die GRÜNE Landesvorstandsvorsitzende Anna Gallina dazu: „Und wieder beklagen wir am Equal Pay Day die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Tatsächlich hat sich im Vergleich zum letzten Jahr rein gar nichts verbessert. Mit dieser riesigen Lohnlücke belegt Deutschland innerhalb der EU den traurigen drittletzten Platz. Die daraus folgende Rentenlücke umfasst sogar 45 Prozent. Der Löwenanteil ist strukturell begründet: Teilzeitjobs, weniger Führungspositionen, schlecht bezahlte „typische“ Frauenberufe. Wir brauchen nebem dem Recht auf Teilzeit auch ein Rückkehrrecht in Vollzeit, aus Minijobs müssen irgendwann „richtige“ Jobs werden. Und nicht zuletzt müssen Frauen ermutigt und dabei unterstützt werden, dass sie inden Unternehmen Führungspositionen einnehmen.“
 
Die frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion, Mareike Engels, sagt: „Auch dieses Jahr fällt der Equal Pay Day wie im vergangenen Jahr auf den 18. März. Das ist ein schlechtes Zeichen, denn es bedeutet, dass die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland unverändert hoch bleibt. Es kann nicht sein, dass wir in puncto gleicher Lohn für gleiche Arbeit in Deutschland so wenig vorankommen. Leider verspricht auch die wahrscheinlich kommende Große Koalition hier keine Abhilfe. Mein Appell lautet: Wir brauchen bessere Regelungen für den Wechsel zwischen Teilzeit und Vollzeit, eine bessere Bezahlung der frauendominierten Sorgeberufe, mehr Unterstützung für Alleinerziehende und natürlich weiterhin die Quote. Der GroKo-Stillstand im Bereich Frauenpolitik ist untragbar.“
 
Die frauenpolitische Sprecherin des Landesvorstands, Miriam Block, erklärt: "Der Equal Pay Day zeigt, es gibt noch viel zu tun: Immer noch wird ein Großteil der Sorge- und Reproduktionsarbeit, also zum Beispiel der Betreuung von Kindern sowie Angehörigen und in pflegenden Berufen, überwiegend von Frauen übernommen. Immer noch gibt es  Diskriminierungen für viele Frauen in Bewerbungsverfahren und in der Berufsausübung. Die Ungleichbehandlung hinsichtlich der Bezahlung ist massiv. Um das zu beenden brauchen wir Solidarität als Frauen untereinander und Männer, die auf ihre bisherigen Privilegien verzichten. Gemeinsam können wir klischeehafte Geschlechterrollen aufbrechen und die Lohnlücke abschaffen."


Aktionen zum Equal Pay Day:

  • Am 18. März, verteilen die GRÜNE JUGEND Hamburg und die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik der Hamburger GRÜNEN gemeinsam Obst an der Alster mit einer 22-Prozent-Lücke und informiert über die Lohnlücke. Los geht es um 15 Uhr am Alstervorland linke Seite (Harvesterhuder Weg, Fährdamm).
  • Davor lädt  und die GRÜNE JUGEND Hamburg am 18. März um 11:00 Uhr zum Frauen, Inter, Trans - Brunch in der Landesgeschäftsstelle (Burchardstraße 21
  • Bereits am  Samstag den 17.03. um 10:00 veranstaltet der Kreisverband Nord ein politisches Frauenfrühstückim Café Le BeauVoisin (Ulmenstraße 2).


    Der Equal-Pay-Day findet bereits in über 20 Ländern statt. Der Verband Business and Professional Women Germany veranstaltet den Aktionstag zum elften Mal.